Packtipps Reiseapotheke für bestimmte Krankheiten

Da man leider nie voraussagen kann, an was Ihr Kind im Urlaub eventuell erkranken wird, ist es sinnvoll gegen alles gewappnet zu sein. Was Sie bei bestimmten Erkrankungen am besten in die Reiseapotheke packen, stellen wir Ihnen in den nachfolgenden Punkten gerne vor.

Erkältung

Durch die Klimaanlagen im Auto oder im Flugzeug kann Ihr Kind leicht eine Erkältung bekommen. Wenn Ihr Baby eine verschnupfte Nase hat, schaffen zuerst ein paar Tropfen Kochsalzlösung oder Muttermilch Abhilfe. Den Nasenschleim entfernen Sie vorsichtig mit einem Taschentuch oder saugen es mit speziellen Nasensekretsaugern ab. Zudem können Sie außerdem altersgerecht dosierte abschwellende Nasentropfen verabreichen.

Geben Sie Ihrem Kind außerdem viel zu trinken (Wasser, ungesüßte Tees). Damit die Schleimhäute nicht austrocknen, sollten Sie darauf achten, dass die Luft immer relativ feucht ist.

Überprüfen Sie außerdem mit einem Fieberthermometer die Körpertemperatur Ihres Kindes.

Bei einer leichten Erkältung mit etwas Fieber können Sie selbst in die Hausapotheke greifen und das Fieber senken. Für Babys eignen sich Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol. Dabei müssen Sie auf die altersgerechte Dosierung achten. Babys, bei denen das Fieber länger andauert oder die Austrocknungserscheinungen, wie trockene Lippen und wenig Urin in der Windel, aufweisen gehören immer zum Arzt.

Husten

Auch beim Husten, der mit einer Erkältung einhergeht, ist es wichtig, Ihr Kind mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen (Wasser, ungesüßten Tee). Die Atemwege sind strapaziert und trocknen daher leicht aus. Sorgen Sie für hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn Ihr Baby kein Fieber hat und ansonsten fit ist, können Sie ruhig mit dem Kinderwagen einen Spaziergang unternehmen. Warme Brustauflagen, zum Beispiel mit einem Kirschkernkissen (bitte auf die Temperatur achten!), sind wohltuend und regen den Stoffwechsel an. Wenn der Husten des Babys über Nacht schlimmer wird, verabreichen Sie Ihrem Kind am Besten einen Hustensaft mit Efeublätter-Extrakt.

Entzündete Augen

Durch Zugluft am See oder in den Bergen kann es schon mal vorkommen, dass die Kleinsten gerötete Augen haben. Durch die Verabreichung homöopathischer Augentropfen können Sie Linderung verschaffen. Schließen Sie bitte eine Bindehautentzündung aus. Diese äußert sich durch geschwollene Lider und Flüssigkeitsabsonderung aus den Augen, zum Teil auch schleimiges oder eitriges Sekret. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen, da eine Bindehautentzündung hoch ansteckend und schmerzhaft ist.

Ohrenschmerzen

Dass Kinder Ohrenschmerzen haben, erkennt man unter anderem daran, dass sie weinerlich sind und sich die schmerzende Stelle reiben. Wenn die Ohren Ihres Kindes schmerzen, kann das verschiedene Ursachen haben. Babys können noch nicht aktiv einen Druckausgleich z.B. bei Seilbahnfahrten oder bei Flügen durchführen. Dabei helfen Ihrem Kind abschwellende Nasentropfen in altersgerechter Dosierung. Diese sorgen dafür, dass die Verbindung vom Mittelohr zum Rachenraum wieder frei wird.

Wenn Ihr Kind durch Zug Ohrenschmerzen bekommen hat, können Sie ihm Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol in altersgerechter Dosierung verabreichen. Ein Zwiebelsäckchen kann, als altes Hausmittel, durch die abschwellende Wirkung auch schmerzlindernd sein. Erwärmen Sie dazu eine klein geschnittene Zwiebel in der Mikrowelle handwarm und legen Sie diese, in einen Waschlappen gewickelt, anschließend aufs Ohr.

Wenn die Schmerzen länger anhalten und Ihr Baby noch sehr klein ist, viel weint und sich nicht beruhigen lässt, sollten sie mit ihm immer zum Arzt gehen. Fremdkörper im Gehörgang oder eine Mittelohrentzündung sollten ausgeschlossen werden.

Durchfall

Die Nahrungsumstellung im Urlaub bei stillenden Müttern kann sich direkt auf den Magen-Darm-Trakt des Babys auswirken. Auch Babys, die schon das ein oder andere vom Tisch mitessen, können Durchfälle z.B. durch ungewohnte Gewürze im Urlaubsland bekommen. Da Babys noch kein ausgereiftes Darmsystem haben, reagieren sie häufig extremer auf manche Nahrungsmittel oder auch auf äußere Gegebenheiten.

Bei Durchfall sollten Sie Ihrem Kind ausreichend Flüssigkeit anbieten. Stillen Sie Ihr Baby auf jeden Fall weiter und geben Sie ihm viel zu trinken (Karottensuppe, Tee mit Zucker und Salz). Fertigen Sie zudem eine lauwarme Elektrolytmischung an. Diese bringt den Wasser- und Elektrolythaushalt wieder ins Gleichgewicht.

Bei heftigen Durchfällen, die zudem lange auftreten gehen Sie möglichst bald zum Arzt.

Verstopfung

Die Umstellung der Nahrungsgewohnheiten kann auch ins Gegenteilige, nämlich in eine Verstopfung, umschlagen. Die Umstellung des Tagesrhythmus im Urlaub, Stress und eine geringe Trinkmenge können weitere Faktoren sein. Denken Sie bitte auch im Urlaub an regelmäßige Fütterungszeiten und ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Nehmen sie gerade in südlichen Ländern ausreichend Getränke auf Ihren Ausflügen mit.

Wenn es doch einmal zu einer Verstopfung kommt, sollte Ihr Kind vorerst auf Breikost, Bananen und Karotten verzichten. Birnensaft, ein Teelöffel Milchzucker in der Flaschennahrung und ausreichend zu Trinken können die Verdauung regulieren. Massieren Sie nach jeder Mahlzeit sanft das Bäuchlein Ihres Kindes, um die Darmtätigkeit anzuregen.

Wenn dies keine Fortschritte bringt, können Sie bei Ihrem Kind auch einen kleinen Einlauf durchführen. Die Wirkung ist rein physikalisch und weicht den Stuhl auf. Die abführende Wirkung wird in wenigen Minuten erzielt.

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Ihr Baby anhaltende und starke Schmerzen hat.

Übelkeit und Erbrechen

Babys und Kinder reagieren oft bereits auf Kleinigkeiten mit Erbrechen, denn der kindliche Magen ist noch sehr empfindlich. Die Nahrungsumstellung, Veränderung der klimatischen Verhältnisse und Stress gehören zu den oft harmlosen Ursachen für Erbrechen.

Bei Erbrechen ist es vor allem wichtig, der damit verbundenen Austrocknungsgefahr entgegenzuwirken. Deswegen ist es sinnvoll, Ihrem Kind schluckweise in kurzen Abständen nur kleine Mengen an Tee anzubieten. Kamillen-, Fenchel- und Pfefferminztee wirken zudem magenberuhigend. Wie bei Durchfallerkrankungen auch, ist es wichtig den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Wenn Sie ausschließen können, dass ihr Kind schwer gestürzt ist oder es zusätzlich Fieber hat, können Sie Ihrem Kind Medikamente gehen Übelkeit und Erbrechen geben.

Als Darreichungsform bieten sich bei dieser Symptomatik Zäpfchen an. Diese Zäpfchen können bereits ab einem Körpergewicht von 8 kg gegeben werden. Der Wirkstoff kann über diesen Weg ungehindert wirken und ihr Kind kann sich durch die leicht einschläfernde Wirkung zudem gut erholen. Falls Ihr Kind nicht trinken will oder auffällig teilnahmslos und ruhig wirkt, sollten Sie umgehend den Arzt aufsuchen. Gerade bei sehr jungen Säuglingen ist eine Austrocknung lebensbedrohlich.

Was ist zusätzlich nützlich? Auch homöopathische Mittel finden ihren Platz in der Reiseapotheke. Ein kleiner Auszug vervollständigt Ihre reisemedizinische Versorgung.

 

  • Aconitum: bei allen akuten plötzlichen Entzündungen
  • Arnica: bei stumpfen Verletzungen
  • Belladonna: bei Schmerzen/Fieber charakteristisch rotem Kopf/Hitze/Pochen
  • Chamomilla: bei Koliken und Zahnungsbeschwerden
  • Ferrum phosphoricum: bei langsam beginnender Erkältung
  • Okoubaka: bei Durchfall und zum Darmaufbau/zur Regulierung
  • Nux vomica: bei Übelkeit/Erbrechen Lebemsmittelunverträglichkeit/Magen-Darm-Beschwerden durch Stress
  • Sambucus nigra: bei Säuglingsschnupfen
  • Apis mellifica: bei Insektenstichen
  • Cocculus: bei Übelkeit
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